Linear · 13 Aminosäuren

Melanotan 1

Das ältere der beiden Peptide, bekannt auch als Afamelanotid. Eine gezielt stabilisierte Variante des körpereigenen α-MSH.

Melanotan 1 im Detail →

Zyklisch · 7 Aminosäuren

Melanotan 2

Kürzer, ringförmig und an mehreren Melanocortin-Rezeptoren aktiv. Ein Werkzeug der Rezeptorforschung ohne Zulassung.

Melanotan 2 im Detail →

Zwei Peptide, ein Rezeptorsystem

Melanotan 1 und Melanotan 2 verständlich erklärt

Beide Peptide leiten sich vom Hormon α-MSH ab, beide entstanden an der University of Arizona – und doch unterscheiden sie sich deutlich in Aufbau, Wirkort und rechtlichem Status.

Worum es hier geht

Die Namen Melanotan 1 und Melanotan 2 tauchen im Internet oft im Zusammenhang mit „Bräunungsspritzen“ auf. Dabei geht leicht unter, dass es sich um zwei verschiedene Peptide aus der Forschung handelt, die ursprünglich entwickelt wurden, um das Melanocortin-System besser zu verstehen. Diese Website erklärt sachlich, was die beiden Moleküle sind, was die Wissenschaft über sie herausgefunden hat und warum Behörden vor der eigenmächtigen Anwendung warnen.

Gemeinsamer Ursprung

Ausgangspunkt ist das α-Melanozyten-stimulierende Hormon (α-MSH). Es entsteht im Körper aus einem größeren Vorläuferprotein und steuert über den Rezeptor MC1R unter anderem die Bildung des dunklen Hautpigments Eumelanin. Natürliches α-MSH ist im Blut allerdings sehr kurzlebig. In den 1980er-Jahren entwickelte eine Gruppe um Victor Hruby, Mac Hadley und Robert Dorr an der University of Arizona stabilere Varianten – daraus gingen Melanotan 1 und Melanotan 2 hervor.

Melanotan 1

Lineares Peptid aus 13 Aminosäuren, relativ selektiv für MC1R. Unter dem Namen Afamelanotid in der EU für eine seltene Erkrankung als Arzneimittel zugelassen.

Melanotan 2

Ringförmiges Peptid aus 7 Aminosäuren, aktiviert mehrere Melanocortin-Rezeptoren. Nirgendwo als Arzneimittel zugelassen.

Weiterlesen

Kein Bräunungsmittel. Weder Melanotan 1 noch Melanotan 2 sind in Deutschland für kosmetische Zwecke zugelassen. Arzneimittelbehörden in mehreren europäischen Ländern haben wiederholt vor im Internet angebotenen Melanotan-Produkten gewarnt.

Quellen